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Aus
Sr. Elizabeth´s Feder
Liebe Senioren, liebe Gemeinde!
Aus der frühlingsmässigen "alten" Heimat herzliche
Grüsse! Bis jetzt (heute ist der 9. Mai) haben wir fast nur sonnige
Tage gehabt. Nach einer Exerzitienwoche im Mutterhaus haben wir gestern
die allgemeinen Jubiläen gefeiert. Wir waren im ganzen zu 16
Jubilarinnen (280 Gästen) Alles war sehr feierlich und schön.
Jetzt bin ich wieder bei meiner Schwester Adelheid, und morgen fahren
wir nach Bad Zwischenahn im Oldenburgischen.
Die Kar- und Ostertage waren eine Bereicherung. Nicht weit weg von
uns ist ein Zisterzienserkloster, in dem 17 Mönche, alte und
junge leben. Anders als die meisten Orden in der westlichen Welt hat
diese strenge Klostergemeinschaft noch Nachwuchs, z.Zt. 7 Novizen.
Die Abendmahlsmesse am Gründonnerstag war monastisch geprägt,
einschliesslich der Fusswaschung, die vom Abt und Altabt vorgenommen
wurde. Die Klosterkirche,die gleichzeitig eine Wallfahrtskirche und
die lokale Pfarrkirche ist, war voll (wie gewöhnlich an Sonntagen).
Am Karfreitagmorgen begann der Kreuzweg auf dem Wallfahrtsplatz. Dann
ging es in den frühlingsfrischen Buchenwald. Mit den gefilterten
Sonnenstrahlen und den im Tal auf fetten, grünen Weiden grasenden
Schafen war es ein Bild des Friedens. Das schwere Holzkreuz wurde
abwechselnd von den Mönchen von Station zu Station getragen.
Ca. 50 Laien nahmen an den Gebeten und Gesängen und dem meditativen
Schweigen zwischen den Stationen teil.
Der Karsamstag brachte dann die Vorfreude auf das grösste Fest
der Christenheit. Es war schön zu erleben, dass die Bräuche,
die uns seit unserer Kindheit vertraut sind, nicht ausgestorben sind.
Gekochte Eier wurden in Mengen gefärbt (und verzehrt). Selbst
auf dem Markt konnte man sie in allen Regenbogenfarben kaufen, und
in manchen Geschäften bekam man ein gefärbtes Ei als Zugabe.
Enttäuscht war ich allerdings vom Osterfeuer, das am ersten Ostertag
abends bei einer evangelischen Dorfkirche stattfand. Da waren keine
jungen Burschen, die übers Feuer sprangen, noch jemand, der mit
Akkordeon oder Gitarre zum Singen der Frtühlingslieder aufgespielt
hätte. Fast die Einzigen, die sich für das Feuer interessierten,
waren die Feuerwehrleute der zwei Bereitschaftswagen, während
die meisten Erwachsenen an den Buden standen und die Kinder sich auf
dem Spielplatz amüsierten.
Entschädigt wurden wir dann beim Maiabendfest. Gemäss alter
Sitte ziehen zum Maibeginn die Maischützen in ihren weiss-blauen
Uniformen mit Blaskappelle und Gesang morgens mit einer jungen Birke
nach Bochum-Harpen, zum Stadtrand, wo diese dann gepflanzt wird. Für
den Rückmarsch in die Stadt schlossen sich andere Kapellen und
Gruppen den Maischützen an, sodass es in etwa unserer Moomba-Procession
glich.
Ich hoffe, dass es Euch allen noch gut geht und wünsche Euch
Gottes Segen, gute Gesundheit und Freude an den Seniorentagen, morgen
und im Kuckuck!
Eure Sr. Elizabeth.
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